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Witwen-/Witwerrente

Von der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten Sie auf Antrag im Falle des Todes Ihres rentenversicherten Ehepartners unter gewissen Voraussetzungen eine Witwen- bzw. Witwerrente gezahlt. Es gelten für die Witwen- und Witwerrenten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen. Ist im Folgenden also von Witwenrenten die Rede, so gilt dies in gleicher Weise für die Witwen- als auch die Witwerrenten.

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Witwenrente

Bei der Witwenrente handelt es sich nicht etwa um eigene Ansprüche, sondern um abgeleitete Rentenansprüche des Verstorbenen. Dies bedeutet also, dass Sie selbst nicht rentenversichert gewesen sein müssen, um eine Witwenrente beantragen zu können. Allerdings muss beachtet werden, dass der Verstorbene selbst die allgemeine Wartezeit (Mindestversicherungszeit) von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt haben muss, damit der Anspruch der Hinterbliebenen auf die zuvor genannten gesetzlichen Leistungen überhaupt entsteht. Eine Ausnahmeregelung hierzu besteht dahingehend, dass eine noch nicht erfüllte allgemeine Wartezeit dann als erfüllt anzusehen ist, wenn der Versicherte durch eine anerkannte Berufskrankheit oder durch einen Arbeitsunfall verstorben ist. Ferner ist für die Witwenrente Voraussetzung, dass Sie bis zum Tod Ihres Ehepartners mit diesem in gültiger Ehe gelebt haben. Dies bedeutet wiederum, dass zum Zeitpunkt des Todes die Ehe weder rechtskräftig geschieden noch aus anderen Gründen aufgehoben sein darf. Zudem muss die Ehe seit dem 01. Januar 2002 mindestens ein Jahr bestanden haben. Eine Ausnahmeregelung hinsichtlich dieser Ein-Jahres-Regel stellt in diesem Zusammenhang zum Beispiel der Unfalltod des Ehepartners dar. Ferner entfällt die Rentenleistung der Witwenrente, wenn der Hinterbliebene wieder heiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt.

Die Witwenrente in „zwei Ausführungen“

Der 01. Januar 2002 stellt für das Hinterbliebenenrecht ein wichtiges Datum dar, denn zu diesem Zeitpunkt traten gesetzliche Änderungen vor allem in dem Bereich der Witwenrente in Kraft. Hierbei verhindern jedoch Übergangsregelungen soziale Härten für diejenigen, die auf das vorherige Recht vertraut haben. Für den Großteil der gesetzlich Versicherten bzw. deren Hinterbliebenen kommt noch das so genannte „alte Recht“ aus Vertrauensschutzgründen zur Anwendung. Nun stellt sich natürlich die Frage, für wen denn nun welche rechtliche Regelung im Hinterbliebenenrecht greift.

Das „alte Recht“ kommt zur Anwendung, wenn:

  • Ihr Ehepartner bereits vor dem 1. Januar 2002 gestorben ist oder
  • Ihr Ehepartner nach dem 31. Dezember 2001 gestorben ist, Sie aber vor dem 1. Januar 2002 geheiratet haben und einer der Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist.

Regelungen nach dem „alten Recht“ werden im Folgenden besonders kenntlich gemacht, da diese noch für eine Großzahl Geltung haben.

Die große und die kleine Witwenrente

Abhängig von den jeweils persönlichen Voraussetzungen erhalten Sie entweder eine kleine oder große Witwenrente.

Die kleine Witwenrente

Unter den folgenden Voraussetzungen erhalten Sie die kleine Witwenrente:

  • Sie sind Witwe bzw. Witwer und unter 45 Jahre alt,
  • Sie sind nicht erwerbsgemindert und
  • Sie erziehen kein Kind.

Die kleine Witwenrente beträgt 25% der Rente, auf die Ihr Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte. Zu beachten in diesem Zusammenhang ist, dass die Rente um einen Abschlag gekürzt wird, sofern Ihr Ehepartner vor dem 63. Lebensjahr gestorben ist.

Dabei ist die kleine Witwenrente auf 24 Kalendermonate begrenzt, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Sie nach diesem Zeitraum wirtschaftlich wieder selbst für sich sorgen können.

Hinweis zum „alten Recht“:
Die Begrenzung der kleinen Witwenrente auf 24 Monate nach der aktuellen Rechtslage, fällt unter Umständen weg, wenn für Sie das „alte Recht“ zur Anwendung kommt. Genauere Informationen erhalten Sie hierzu bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Die große Witwenrente

Unter den folgenden Voraussetzungen haben Sie Anspruch auf die große Witwenrente:

  • Sie haben das 45. Lebensjahr vollendet oder
  • Sie sind erwerbsgemindert bzw. seit dem 31. Dezember 2000 berufs- oder erwerbsunfähig oder
  • Sie erziehen ein eigenes oder ein Kind des verstorbenen Ehepartners, welches noch keine 18 Jahr alt ist.

Die große Witwenrente beträgt 55% derjenigen Rente, auf die Ihr Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte oder der Rente, die Ihr Ehepartner bereits bezogen hat. Zu beachten ist, dass die Rente um einen Abschlag gemindert wird, wenn Ihr Ehepartner vor dem 63. Lebensjahr gestorben ist.

Aus einer kleinen kann aber auch eine große Witwenrente werden. Beziehen Sie bereits eine kleine Witwenrente und sind erwerbsgemindert, dann erhalten Sie anstelle der kleinen eine große Witwenrente. Dieser Weg kann aber auch umgekehrt beschritten werden, also das der großen die kleine Witwenrente folgt. Wird also beispielsweise Ihr Kind volljährig und Sie haben die Altersgrenze noch nicht erreicht, so erhalten Sie dann die kleine Witwenrente gezahlt.

Hinweis zum „alten Recht“:
Gilt für Sie das „alte Recht“, so beträgt die große Witwenrente 60% auf die Ihr Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte oder der Rente, die Ihr Ehepartner bereits bezogen hat, die. Genauere Informationen erhalten Sie hierzu bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Das Sterbevierteljahr

Als Sterbevierteljahr werden die drei auf den Sterbemonat folgenden Monate bezeichnet. In diesem Zeitraum wird ein „erhöhter“ Rentenbetrag an den hinterbliebenen Ehepartner gezahlt, damit dieser sich finanziell leichter an die veränderten Lebensverhältnisse anpassen kann.

Dabei muss zwischen Rentnern und noch Erwerbstätigen unterschieden werden. Denn hat Ihr verstorbener Ehepartner noch keine Rente bezogen, so wird die erhöhte Rente vom Todestag bis zum Ablauf der folgenden drei Kalendermonate bezahlt.

Ein Beispiel hierzu:

Bernd Berufstätig verstirbt am 05. Februar 2008 und hat bis dato keine Rentenleistungen erhalten. Seine Ehefrau gemäß der Regelung des Sterbevierteljahrs dann eine Witwenrente in Höhe der vollen Versichertenrente im Zeitraum vom 05. Februar 2008 bis zum 31. Mai 2008.

Der Rentenvorschuss

War der verstorbene Ehepartner bereits Rentner, so existiert die Möglichkeit einen so genannten Rentenvorschuss auf die Witwenrenten bei der Deutschen Post AG zu beantragen. Dieser Vorschuss beträgt das Dreifache des für den Sterbemonat gezahlten Rentenbetrags. Zu beachten ist lediglich, dass dieser Vorschuss auf die spätere Witwenrente angerechnet wird.