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Erziehungsrente

Eine Erziehungsrente können Sie beantragen, wenn Sie ein Kind erziehen und ihr früherer Ehepartner verstirbt. Diese Rentenart gehört zu den weniger bekannten gesetzlichen Hinterbliebenrenten und viele wissen daher nicht, dass auch Geschiedene eine Rente erhalten können. Gerade die Erziehungsrente unterstützt Sie in Form des Unterhaltersatzes und erlaubt Ihnen damit, sich verstärkt um die Erziehung Ihres Kindes zu kümmern.

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Erziehungsrente

Es gibt im Vergleich zur Witwen- und Waisenrente einen kleinen aber feinen Unterschied. Die Erziehungsrente stellt nämlich eine Rente aus Ihrer eigenen Versicherung dar, sie wird also nicht - wie etwa die Witwen- und Waisenrente - aus der Versicherung Ihres früheren Ehepartners abgeleitet. Daher haben Sie auch die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung bis zum Tod des früheren Ehepartners zu erfüllen.

Erziehungsrente kann somit unter den folgenden Voraussetzungen von Ihnen beantragt werden:

  • Ihre Ehe wurde nach dem 30. Juni 1977 geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben oder Ihr Unterhaltsanspruch richtete sich bei Auflösung der Ehe vor dem 01. Juli 1977 nach dem früheren DDR-Recht,
  • Ihr früherer Ehegatte verstorben ist,
  • Sie selbst (!) die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren bis zu dessen Tod – gegebenenfalls vorzeitig – erfüllt haben,
  • Sie unverheiratet geblieben und keine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind und
  • Ein eigenes oder ein Kind des früheren Ehepartners erziehen, welches das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Die Rentenhöhe der Erziehungsrente entspricht in ihrer Höhe der Renten wegen voller Erwerbsminderung und trägt damit zur Sicherung des Lebensunterhalts bei. Aber auch bei dieser Rente gilt, dass vor dem 63. Geburtstag ein entsprechender Rentenabschlag fällig wird, sie also vermindert wird. Nur ist hier der Unterschied im Gegensatz zur Witwen- und Waisenrente, dass es das eigen Alter betrifft, da es sich ja um einen eigenen Anspruch und nicht um einen abgeleiteten Anspruch des Verstorbenen handelt.

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen, so wird die Rente mit Beginn des nächsten Monats, wenn Sie den Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten gestellt haben, gezahlt. Stellen Sie den Antrag verspätet, so wird Ihnen die Rente erst ab dem Antragsmonat gezahlt. Sie erhalten die Rente solange, bis die entsprechenden Voraussetzungen entfallen (also beispielsweise eine erneute Eheschließung) spätestens jedoch bis sie die Regelaltersgrenze erreicht haben. Ab diesem Zeitpunkt erhalten Sie dann die Regelaltersrente. Einen Anspruch auf eine Rentenabfindung bei erneuter Eheschließung, wie dies bei der Witwenrente gegeben ist, besteht bei der Erziehungsrente hingegen nicht.