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Waisenrente

Es ist für Kinder schon mehr als tragisch, wenn Vater, Mutter oder beide Elternteile versterben. Damit eine solche Situation nicht noch finanziell für die Kinder zu eskalieren droht, gibt es die Waisenrente der gesetzlichen Rentenversicherung.

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Waisenrente

Bei der Waisenrente handelt es sich, wie bei der Witwenrente auch, nicht etwa um eigene Ansprüche, sondern um abgeleitete Rentenansprüche des Verstorbenen. Dies bedeutet also, dass Sie selbst nicht rentenversichert gewesen sein müssen, um eine Waisenrente beantragen zu können. Allerdings muss beachtet werden, dass der Verstorbene selbst die allgemeine Wartezeit (Mindestversicherungszeit) von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt haben muss, damit der Anspruch der Hinterbliebenen auf die zuvor genannten gesetzlichen Leistungen überhaupt entsteht.

Eine Waisenrente erhalten nach dem Tod eines Versicherten bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres

  • seine leiblichen oder adoptierten Kinder,
  • Stiefkinder und Pflegekinder, die im Haushalt des Verstorbenen lebten,
  • Enkel und Geschwister, die in seinem Haushalt lebten oder von ihm überwiegend finanziell unterhalten wurden.

Ferner besteht unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, dass die Waisenrente auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gezahlt wird, wenn das Kind

  • sich noch in Schul- oder Berufsausbildung befindet, hierbei wird bei einer etwaigen Unterbrechung auf Grund des Wehr- oder Zivildienstes auch über das 27. Lebensjahr hinaus gezahlt oder
  • ein freiwilliges soziales Jahr oder
  • ein freiwillig ökologisches Jahr oder
  • behindert ist und sich deshalb nicht selbst unterhalten kann.

Sollten darüber hinaus so genannte Übergangszeiten gegeben sein, also beispielsweise Zeiten zwischen Wehrdienst und Ausbildungsbeginn, so können sie für diese maximal vier Kalendermonate eine Waisenrente erhalten.

Halb- oder Vollwaisenrente

Die Waisenrente gibt es in zwei Formen, der Halb- oder der Vollwaisenrente. Anspruch auf eine Halbwaisenrente haben Sie, wenn noch ein unterhaltspflichtiger Elternteil lebt. Dabei beträgt die Halbwaisenrente rund 10% der auf den Todeszeitpunkt des Verstorbenen berechneten Rente.

Eine Vollwaisenrente erhalten Sie hingegen, wenn kein unterhaltspflichtiger Elternteil mehr lebt. Die Vollwaisenrente beträgt rund 20% der auf den Todeszeitpunkt des Verstorbenen berechneten Rente. Zu der Vollwaisenrente wird zusätzlich ein Zuschlag gezahlt, der sich nach den zurück gelegten rentenrechtlichen Zeiten der Eltern richtet.

Die Zahlung der Waisenrente beginnt im Übrigen mit dem Todestag des Versicherten, es sei denn, dass dieser bereits eine eigene Rente bezogen hat. In diesem Fall wird die Waisenrente erst mit Beginn des auf den Todesmonat folgenden Kalendermonats gezahlt. Bei verspäteter Antragsstellung wird die Waisenrente rückwirkend für nicht mehr als zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat gezahlt.

Des Weiteren sollte man wissen, dass auch bei der Waisenrente eine Minderung der Rente um einen Abschlag erfolgt, sofern ein Elternteil bzw. beide Elternteile vor Vollendung des 63. Lebensjahres verstorben sind.

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres können Waisen übrigens unbegrenzt zu ihrer Waisenrente hinzuverdienen. Sind Sie hingegen über 18 Jahre alt, so wird Ihr erzieltes Einkommen auf die Waisenrente angerechnet.